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Just married

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Der Fotoauftrag einer Freundin ereilt mich: sie heiratet! Ich wäre dazu prädestiniert, die Horde ihrer und ihres Liebsten Verwandtschaft auf ein paar Bildern zu verewigen, flötet sie mir zu, was mich sehr freut. Gerne nehme ich die Herausforderung an, kutschiere dazu in meine alte Heimat und bin sofort nach der offiziellen Zeremonie back to the roots: da werden gleich mal direttissimo nach dem Standesamt Braut und Bräutigam „entführt“. Dies gestaltet sich derlei, dass die Braut in einem schwarzen Auto mit 4 Männern in Krachledernen mit Feitl in der Tasche und mit Schnauzern in Gesicht verschwindet und mir vorher noch schnell zuruft, ich solle einfach dem Wagen folgen und Fotos machen. Leichter gesagt als getan. Noch nie bin ich mit einem solchen Affenzahn durch meinen Heimatort gedonnert, um nur das Entführungsfahrzeug nicht aus den Augen zu verlieren – geblitzt hat dann nicht mein Fotoapparat, sondern das Radar hinter der Johanneskapelle, welcher Heiliger hier übrigens auch noch S...

Sachen, die niemals klappen

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Zu den Sachen, die niemals klappen, gehört zum Beispiel das richtige Überziehen einer Matratze mit einem Spannleintuch. Niemals erwische ich auch nur den richtigen Zipfel für das korrekte Seitenverhältnis des Bettes. Immer glaube ich, ich habe die Schmalseite endlich ausgeforscht und fixiert und schon kämpfe ich mit der Längsseite, die wiederum durch magische Kraft in der Zwischenzeit offensichtlich zur Breitseite mutierte. Niemals klappt es auch, dass ein Essen perfekt wird, wenn ich Gäste erwarte. Da passt dann die Menge nicht, die Konsistenz ist ein Skandal, ein Teil ist angebrannt, der nächste eiskalt und ohne Geschmack, der Teller hat einen Depscher, auf dem Löffel klebt das verhärtete Frühstück und im Essen – o Schreck – findet sich gar oft ein langes, gewelltes Haar, das ganz offensichtlich nicht zum Menü, sehr wohl aber zu mir gehört. Niemals habe ich ordentliche Unterwäsche an, wenn ich mich spontan entkleiden muss. Nicht dass dies oft vorkäme – nein! – aber wenn, da...

So läuft der Hase!

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Das geht mir alles viel zu schnell. Einatmen, ausatmen nicht vergessen. Duraschnell-Hase trommelt und trommelt, läuft und läuft. Was ist passiert, warum treibt man mich so durchs Leben? Und vor allem: wer? Die Ampel ist grün, ich starte meine lahmen Hufe und mach ein paar holprige Schritte, die Ampel blinkt, die Ampel ist rot. Ich steh noch mitten auf der Straße. Die ersten Boliden geben bereits Gas, als ich mich an die sichere Gehsteigkante retten kann. Einatmen, ausatmen nicht vergessen. Hase trommelt und trommelt, läuft und läuft. Im Geschäft angekommen und einen Verkäufer ergattert, rennt der mit mir quer durch die Halle, als ob die Trud hinter ihm her wär. Dabei bin’s nur ich. Ich kann ihm aber nicht so schnell folgen, rasiere mit meinen akkuraten Beckenschwüngen ein paar Verkaufsständer leer und komme gefühlte 10 Minuten später beim Objekt meines Begehrens an. Beim Gartenschlauch, nicht beim Verkäufer, wohl bemerkt. Denn der ist längst über alle Berge, nachdem er ...

Mein Baby hat Geburtstag!

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Nun ist es auch schon wieder ein Jahr her, dass ich meinen Blog startete. Was ist bisher geschehen? Ich habe insgesamt 5.651 Zugriffe, (1 aus Vietnam, 172 aus den USA, 19 aus Peru, 1 aus Kambodscha und 22 aus einer unbekannter Region – und ich dachte, es gibt keine weißen Flecken mehr auf der Maps-Kortn…) 16 Follower bekennen sich zu mir, haben allerdings nichts davon, da sie weder über das Erscheinen eines neuen Blogs informiert werden, noch sonstige Vorteile daraus schlagen können. Zuvor sah ich mir 156 Videos über das Erstellen eines Blogs und 62 über eRecht an, danach jeweils 4 Musikvideos aus der neuen Psytrance- und EDM-Szene sowie einen Film für Erwachsene, um mich zu entspannen. Aber das ist eine andere Geschichte… Ich habe 30 mehr oder minder kompakte Ergüsse von mir gegeben, bei jedem einzelnen unterlag ich in den ersten 2 Stunden nach Veröffentlichung heftigen Adrenalinstößen, wenn ich mehrere oder auch keine Likes bekam; die Spannung wurde jedes Mal unerträg...

Eine Frau mit Weitsicht?

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Man wird alt. Man und im Besonderen ich. Nicht dass ich mich jetzt über meine krummen Beine mit sämtlichen Folgeerscheinungen ergießen würde – nein! – auch meine Äuglein beginnen schön langsam müde zu werden. Ging ich bisher recht blauäugig, aber durchaus mit einem gewissen Weitblick durchs Leben, so habe ich seit Längerem Schwierigkeiten damit, manche Dinge richtig zu sehen und zuzuordnen. Aber das wird ja wohl nicht SO ein Problem sein, oder? Na gut, vielleicht kam es mal vor, dass ich auf der Weihnachtsfeier ein bisschen unfreundlich reagierte, als man mir ein Badeöl mit der Aufschrift „Hautarzt“ schenkte. Vielleicht hab ich dort die Chefin etwas angepöbelt, was sie sich einbilde, mir zu unterstellen, ich würde einen Hautarzt benötigen – bei meinem rosa Teint. Vielleicht hat sie sich dann peinlich berührt entschuldigt und vielleicht hab ich dann zuhause, bei besseren Lichtverhältnissen, gesehen, dass nicht „Hautarzt“, sondern „hautzart“ oben stand und dass alle anderen auch s...

Die Geister, die ich rief

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Einladung zum Weihnachtsessen. Diesmal bei Tantchen. Das ist neu. Das hatten wir noch nie. Meine Eltern, meine Kinder und ich. Tantchen ist in Fahrt und begrüßt uns gleich bei der üppig geschmückten Eingangstür mit einem lustigen Rentiergeweih. Sie sei ein nordischer Typ, ihr passe dies besonders gut, beginnt sie ihre Festrede, nachdem sie uns ebenso lustige Filzpatschen mit roten Rudi-Rentiernasen auf der Großzehenaußenseite offeriert und uns in die gute Stube bittet, wo es nach Leberknödelsuppe und Schweinsbraten duftet. Das mit dem Essen ist in unserer Familie ja so eine Sache: ein paar mimen die Veggies, ein paar essen nichts, was braun ist, ein paar können nix mehr beißen, was härter als Zuckerwatte ist und wieder andere (Überschneidungen und Mehrfachnennungen sind durchaus möglich) bekommen exakt 16 Minuten nach dem Verzehr von Milch, Fleisch oder Gemüse Flatulenzen, dass die Älteren unter uns an die Bombenangriffe von 1940 erinnert werden. Den Teufel werd ich tun und nun verra...

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt

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Die Kinder zünden ganz begeistert nicht nur die zweite Kerze vom Adventkranz an, sondern setzen auch ein laut klingelndes Engerlkarussell in Gang, das ich noch von meiner Großmutter besitze und dessen Prinzip es ist, durch Kerzenwärme kleine Engerl, die an ihren Gesäßen lange Stangen angeheftet haben, zum Rotieren zu bringen, wodurch ein klingendes Geräusch entsteht. Und eine Duftkerze, eine Duftkerze zünden sie an, eine Duftkerze, die einen Gestank verbreitet, dass ich nah einer Ohnmacht bin, noch bevor wir das erste Lied anstimmen. „ Kling Glöckchen Klingelingeling “ . Missmutig folgen die Kids meiner Bitte, doch wieder mal ihre Musikinstrumente (eine verstimmte, verstaubte Gitarre und eine Blockflöte, die sich in der Mitte immer wieder in ihre Einzelteile auflöst) aus den hintersten Winkeln hervorzuholen und ein bisschen darauf zu spielen. Es folgt ein Streit, welches Licht noch aufgeschaltet bleiben sollte und welches man beruhigt abdrehen würde können, ohne komplett im ...