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10. Ausflug: Wettmannstätten - einmal Topfengolatsche und retour

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  Wer kennt es nicht? Wettmannstätten. Ein Ort mit ca. 1.700 Einwohnern und Endstation der Graz-Köflach-Bahnlinie S61. Waaaaas? Sie wussten das nicht? Ich auch nicht. Bis heute zumindest. Und ich hätte es nie erfahren, wäre ich nicht schon wieder spontan gewesen… Und das kam so: Nun, die Tage werden trüber und feuchter, Radfahrten in unbekanntes Gefilde traue ich mir nicht mehr zu wegen rutschiger Blätter auf den Wegen, und lange Spaziergänge kann ich auch nicht mehr riskieren, da mein linkes Knie beleidigt ist. Aber sowas von. Den Wecker mag ich nicht stellen, obwohl es die besten Zugverbindungen natürlich in den Morgenstunden (für die Pendler) gibt und das Hirn reicht nicht zum Mitnehmen wenigstens eines Reisepasses oder einer wirklich feudalen Jause. Dies hätte mich schon nach Ungarn fahren lassen können. Szentgotthart ist also wieder keine Option. Mein Weg führt mich auf jeden Fall mal zum Bahnhofsspar, wo ich mir einen Apfel zu kaufen versuche. Er heißt laut Ausschilderu...

9. Reise: Schloss Eggenberg - kein Stuhl und viel Gang

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  Es wird kein gutes Wetter vorhergesagt, eigentlich wäre wieder einmal eine Radtour geplant gewesen, doch die fallenden Blätter und die regennassen Radwege lassen mich zögern. Warum also das Schicksal herausfordern, wenn es Alternativen gibt. Graz kommt mir wieder in den Sinn, eine Großstadt ist immer eine gute Alternative, wenn Outdooraktivitäten eher mau sind. Und es trifft sich gut, dass ich am Morgen im TV einen Beitrag über die bösen Krankheiten der Adeligen aus alten Zeiten sehe, das bringt mich auf die Idee, mir Schloss Eggenberg einmal anzuschauen. (Nicht, dass ich viel fernsehen würde oder mir sogar schon vor dem Frühstück Interessantes und Entbehrliches reinziehen würde…Zwinkersmiley, Zwinkersmiley) Die Adeligen waren nämlich nicht nur krank, sondern sie besaßen auch schöne Ländereien, und Eggenberg ist sicher eine davon. Irgendwann war ich auf einem Schulausflug mal dort, auch fuhren meine Eltern mit ihren Enkeln öfters in den Schlosspark, um die Pfauen zu sehen, ab...

8. Ziel: Schladming - wenn ein Anti-Skihaserl in ein Skigebiet kommt

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  Ich habe ja nichts am Hut mit all den Liften, Tal- und Bergstationen, der Hüttengaudi, dem Apres Ski oder wie auch immer das alles heißen mag. Meine ersten Versuche auf den Bretteln als Kind scheiterten an Erwachsenen, die konstatierten, dass dies nichts für mich sei. Deshalb kann ich nicht Schifahren. Außerdem ist jetzt Herbst, also noch keine Spur von Schnee im Ennstal. Auch kein künstlicher. Noch sieht alles nach idyllischer Laubfärbung aus, die Straßen sind trocken, die Skihaserl hopsen noch nicht durch die Gassen. Also ab in den R9, der sogar in Lerchenfeld stehen bleibt, wohin es für mich nur ein Katzensprung ist. Mit dem Radl fahre ich wie immer zur Station, mir fällt noch im letzten Moment ein, dass ich heute über die Überführung und auf die andere Seite muss, da ich ja nicht, wie sonst eigentlich immer, Richtung Bruck fahre, und ich stelle geistesgegenwärtig mein Fahrrad in den fast leeren Radständer auf der Schrebergartenseite ab. Geistesgegenwärtig? Naja, es sollte s...

7. Ausflug: Selzthal - mitten in der City

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Haben Sie das Zentrum von Selzthal schon gesehen? Nein? Ich schon! Kaum jemand kennt es. Den Bahnhof von Selzthal, ja! Den kennt man. Da ist man schon irgendwann mal durchgefahren, das ist doch dieser Ort, an dem oft die Fahrtrichtung des Zuges geändert wird, das sind jene Geleise, die nicht weiter führen. Oder nur manchmal. Meistens fährt man aus dem Bahnhof wieder raus, wird irgendwie verschoben und mit anderen Waggons zusammengeführt und versteht die Welt nicht mehr. Vor allem, wenn man sich einen Platz in Fahrtrichtung ergattert hat und danach plötzlich entgegen selbige fährt. Viele haben sich schon geärgert, wenn es zu langen Wartezeiten kam, viele verfluchen diesen Ort, weil man immer durch muss, wenn man mit dem Zug fährt und weil dort angeblich nichts ist, was sehenswert sei. Doch das kann ich nicht glauben, ich will der Sache auf den Grund gehen. Von Leoben ist man ja relativ schnell dort: ich steige also in den Interregio, der mir immer sympathischer wird, denn wenn e...

6. Fahrt: Graz Marathon und eine unfreiwillige Reise in Österreichs Süden

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Ich überlege im Vorfeld lange hin und her, wäge ab, sage zu, bin wieder unschlüssig, dabei ist die Aufregung doch schon so groß: mein Jüngster und mein Schwiegersohn in Spe nehmen samt ein paar Freunden und Verwandten beim Graz-Marathon teil, üben schon lange und hart dafür, zwirbeln sich gegenseitig hoch und pushen sich solange, bis auch jene, die vermeintlich weniger geübt sind, tapfer dort teilnehmen. Wir reden hier von 42,195 km, die man laufend hinter sich bringen muss. Für mich jenseits jeglicher Vorstellungskraft und gleichzeitig eine der faszinierendsten, bodenständigsten Sportarten. Der Gang, der sich zum Lauf entwickelt, ein sukzessives Erobern eines Weges, ohne Hilfsmittel, mit wenig Schnickschnack, einfach ein Bein nach dem anderen. Ein sehr ehrlicher Sport, der besonders mich als Mensch mit Gehbehinderung sehr fasziniert. Ich möchte zusehen und die Jungs supporten, das steht fest. Aber ich habe meine Zweifel und Kalamitäten: Die Straßen sind in Graz an diesem Tag großr...

5. Reise: Leibnitz - Auf der Suche nach jungen Römern.

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Die schönen Herbsttage noch nutzen, den Altweibersommer auskosten, das ist der Plan. Weinberge sehen, bunte Blätter, mildes Klima. Wieder einmal schlägt es mich in den Süden, diesmal steht Leibnitz auf dem Programm. Und ich bin nicht ganz alleine (das bin ich ohnehin selten…), bei mir ist mein Fahrrad. Man weiß es ja nie, wie weit man vom Bahnhof in ein Zentrum zu gehen hat und außerdem habe ich vor, ein bisschen den Römerradweg R6 oder auch Weinstraßenweg entlang zu fahren. Im besten Fall würde er rund um Leibnitz gehen, nicht zu anstrengend und superwunderbarschön sein. Als Ziel setze ich mir „Flavia Solva“, die einzige ausgegrabene Römerstadt der Steiermark. Wie immer bin ich reisefiebrig. Es ist noch dunkel, als ich aus den Federn krabble, und ja natürlich bin ich ausgeschlafen, die klimakterische Bettflucht hat mich voll erwischt und erlaubt mir nach meiner stundenlangen Morgenroutine bereits den 8:00 Uhr-Zug zu erreichen. Er hat ein bisserl Verspätung. Also manchmal: auf der Ap...

4. Fahrt: Graz - werden wir irgendwann mal Freunde?

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  Die Hauptstadt der Steiermark: Graz. Schön, alt, interessant, aber doch ein Dorf, weit weg von anonymer Großstadt, Weltkulturerbe, Shopping-Meile, Traditionsbetriebe, Kunsthaus, Schlossberg, die „Liesl“, Kastner & Öhler, und, und, und. Aber nicht für mich. Leider habe ich ein sehr zwiegespaltenes Verhältnis zu dieser meiner Landeshauptstadt, verbinde ich doch nicht nur Gutes mit ihr. Menschen mit ihrer „The world in Leoben is too small“-Mentalität a la Ex-Vizekanzler Gorbach habe ich an Graz verloren, Krankheiten, Therapien und medizinische Wunder habe ich dort durchgestanden und irgendwie werde ich mit ihr nicht ganz warm. Das würde ich aber gerne ändern, weshalb ein Teil meines Zugfahrprojektes sicher Graz gewidmet sein wird. Besonders im Winter habe ich vor, mich in Museen und Ausstellungen dort umzutreiben, wenn anderswo auf dem Land unwirtliche Zustände wie Glatteis und Schneewechten herrschen würden. Und wo knüpft man am besten an, wenn man irgendwo schlechte Erfahr...