Samstag, 28. April 2018

Alles im Griff - auf dem sinkenden Schiff


So interessant mein Leben als 3-fache Mutter und Familienhäuptling auch ist, manchmal – ich gebe es zu – wird’s ganz schön kompliziert und anstrengend. Da prasseln ziemlich viele Sachen zugleich auf meinen mit einigen Zipperlein bedeckten Buckel ein, mit denen man schon statistisch rein gar nicht fertig werden kann:

Mein Jüngster will von mir 2 Bögen mit ärztlichen Fragen zur FSME-Impfung ausgefüllt bekommen, 5 Klopapierrollen zum Basteln in der Schule und ein Geschenk für einen Freund, der ihn zu einer Geburtstagsparty eingeladen hat. Des Weiteren erklärt er mir, ich möchte doch so freundlich sein und sein Fahrrad straßentauglich ausstatten, es besitze weder Klingel noch ordentliche Katzenaugen, und das Zeitschriftenabo, das ich ihm vor 7 Jahren bestellt hätte, sei inzwischen so öd geworden wie ein Kassettenrekorder aus den 1970er Jahren. „Olli und Molli besuchen Bimbo“ reiße ihn nicht mehr aus seinen Markensocken. Viel lieber wäre ihm da eine neue Panzerglashülle für sein Handy. Kenn ich, kein Problem. Hatten wir damals auch: die Telefonzellen seinerzeit waren aus Panzerglas. Oder aus Glas wenigstens. Er benötige zusätzlich noch 8,43 € in einzelnen Münzen für ein Schulbuch, mit den Lehrern sei in Sachen Wechselgeld nicht zu spaßen und der Frisör renne ihm auch schon wieder nach. Ob ich denn nicht sehe, dass seine 6-Millimeter-Haare bereits lange Zoten seien.

Parallel dazu kommt mein Töchterchen angerannt mit folgendem Ansinnen: sie möchte den Mopedausweis machen, es gilt, sie in der Fahrschule anzumelden, Termine für die theoretischen Stunden zu checken, den praktischen Teil zu organisieren, Passfotos und letztendlich irgendwann in naher Zukunft – wenn’s nach Töchterchen geht, „gestern“ – einen fahrbaren Untersatz zu besorgen. Zusätzlich benötige sie eine neue Brille, weil die alte sie auf ihrem inzwischen offensichtlich gewachsenen Näschen (ganz die Frau Mama!) sehr einengt, es wäre also zuvor ein Augenarzttermin nötig, zu dem ich sie tunlichst begleiten möge. Und sie als Vegetarierin, erwähnt sie noch zwischen Tür und Angel, wünsche sich eine andere Bestückung des Kühlschranks. Tempeh, Seitan, Kombu-, Wakame- und Nori-Algen, Mio Paste und Agar-Agar – damit sei sie fürs erste vollends zufrieden. Und biiiiitte: endlich den Schulausflug bezahlen, sie fahre ja bald auf Sprachreise, für die sie im Übrigen noch ein neues Kofferset, 2 spezielle Regenjacken, ein Schlafhörnchen und Naschereien ohne Gelatine brauche. Uff.

Der Große ist bescheidener: ein Pölsterchen für sein neues Bett würde ihm gefallen, er liegt mit den Ohren schon im Federkern, flötet er mir zu, außerdem wär‘s mal ganz nett, ein wenig mehr Intimsphäre in seinem Riesen-Zimmer zu haben, weshalb ich ihm doch ein Regalchen als Raumteiler aufstellen möge. Und ein Rad, eh nur ein altes, ein Fahrrad wär echt ein Hit für seine Ausbildung in der Hauptstadt, dann erspare er sich das viele Umsteigen mit den Öffis. Ah ja, und weil wir gerade dabei sind, ich müsse noch um die Verlängerung der Kinderbeihilfe ansuchen und ob ich ihm denn die wichtigsten Frühblüher aus unserem Garten erklären könne, schiebt er noch hintan. Es sei ihm zwar peinlich, aber dies gehöre wohl zur Allgemeinbildung und er müsse dies im Rahmen des Unterrichts referieren. Des Weiteren brauche er die Kontaktdaten von seiner Homöopathin aus Kindertagen und am Sonntag, Dienstag, Donnerstag und Samstag das Auto.


Gut. Soweit alles kapiert. Ich fang dann eben mal langsam an zu koordinieren, organisieren und delegieren, während ich vermehrt auf dem WC sitze – muss ich doch schließlich 5 Toilettenpapierrollen für den Werkunterricht leerkriegen. Aber dann geht’s los, bald hab ich alles beieinander und gecheckt:

Ich schicke zuerst mal meinen Kleinsten mit neuer Brille zur theoretischen Mopedprüfung. Er ist gut vorbereitet: hat mit dem neuen Schlafhörnchen plus einem neuen Polster exzellent geruht und ist bis oben hin gedopt - mit homöopathischen Kugerln. Passfotos hat er mit, gekleidet ist er mit zwei Damen-Regenjacken– man kann ja nie wissen! – und kriegt dann als Belohnung ein altes Rad geschenkt, das er aber nur in der Hauptstadt verwenden würde können, sofern er da mal hinkommt. Außerdem kredenze ich ihm nach bestandener Prüfung ein gutes Tofu-Humus-Agar-Agar-Menü zum Abendessen und er darf bald auf Sprachreise fahren. Juhu.

Meinem Töchterchen hingegen serviere ich ein blutiges Steak, nachdem sie beim Friseur war und dort einen 6-Millimeter-Cut erhalten hat. Für ihr 3m2 großes Zimmer kriegt sie natürlich einen Raumteiler, außerdem wurde mir bestätigt, dass ich für sie auf die Familienbeihilfe ohnehin noch lange Jahre Anspruch hätte. Danach schaue ich, dass sie pünktlich mit Geschenk bei der Kindergeburtstagsparty aufkreuzt, die Klopapierrollen darf sie nicht vergessen, und zur Vorsicht habe ich alle Frühlingsblumen in einem Herbarium gepresst und beschriftet, aber der Transport ist ohnehin kein Problem, sie hat schließlich am Sonntag, Dienstag, Donnerstag und Samstag das Auto.

Dem Großen verlängere ich auf der Stelle sein „Olli und Molli besuchen Bimbo“-Abo auf fixe 5 Jahre, während er lustlos auf einer Wakame-Alge herumkaut und auf sein Panzerglas-Handy klopft. Auch ein Buch um 8,43€ darf er jetzt sein Eigen nennen, überwiesen mit E-Banking an das Sprachreisen-Reisebüro. Trotzdem murrt er. Der soll bloß mal nicht so tun, schließlich hat sein Fahrrad jetzt eine Klingel mit Barbie-Motiv und die Katzenaugen sind nagelneu. Das rosa Kofferset gehört ihm auch, das kann er als Raumteiler verwenden -  oder reinkotzen, falls ihm die FSME-Impfung nicht gutgetan hat.

Mehr kann man als Mutter nun wirklich nicht tun.

Freitag, 20. April 2018

Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett


Mein Alltag hat ja so seine Tücken: ich humple von vorne nach hinten und von oben nach unten, manchmal humple ich auch auf die Seite – aber nur ganz selten. Von der vielen Humpelei bin ich ständig schlapp. In der Fachsprache wird dies zwar „erhöhter Muskeltonus aufgrund der Spastik“ genannt, ich würd jedoch simpel dazu sagen: „eigentlich bin ich immer müde, nur wenn ich schlafe, geht’s so halbwegs“. Dies äußert sich dahingehend, dass ich, wenn ich mich – selbst im öffentlichen Raum -  in die Horizontale begeben würde, auf der Stelle einschliefe. Da muss man dann etwas vorsichtig sein: Parkbänke, Kühltruhen in Großmärkten, gynäkologische Stühle, Bankreihen in Wartezimmern, Barhocker u. ä. ziehen mich magisch an und sind somit potentielle Gefahrenzonen für ein power-napping. Und frage nicht, was mir auf fremden Couches und Betten schon alles (nicht) passiert ist, weil ich vorzeitig wegschlief! Zu Geburtstagen und anderen Anlässen bekomme ich deshalb schon in jahrelanger Tradition Schlafmützen oder flauschige Bettsockerl, Wecker, Schnarchklammern oder Schlafhörnchen als Wink-mit-dem-Zaunpfahl-Geschenke. Schlafen ist nicht sexy, schlafen ist out, ich weiß: man muss permanent verfügbar, fit und dynamisch durchs Leben gehen. Da gehört schlafen nicht dazu.

Diese Tatsache erschwert natürlich auch eines meiner Hobbies enorm: das televisionäre Reinziehen von englischen Krimis. Ich liebe sie! Ältere Damen, die in ihren 5-Uhr-Tee Arsen mischen, knorrige Farmer, die quer über ihre Schafweiden ballern, Blümchentapeten, rosenumhüllte Cottages, Pferderennen, Linksverkehr, rosa Toilettensitze. Und immer eine Leiche, oder zwei oder mehrere. Das weiß ich nämlich nicht so genau, denn bald nach der Titelmelodie und den ersten englischen Namen, die mich völlig verwirren, kommt das Sandmännchen zu mir zu Besuch. Dagegen sträube ich mich natürlich, weshalb ich dann im Halbtaumel etwa ein Läuten an der Haustüre höre, das mich wieder in die Wirklichkeit holt. Da ich allerdings nicht unterscheiden kann, ob ich dies geträumt habe, es im Film vorkam oder real an MEINER Haustür geschah, hüpfe ich voller Entsetzen auf, richte mir die Haare, schnalle meinen Büstenhalter um, entferne meine Schnarchklammer und humple schlaftrunken zur Haustür. Könnt ja ein Nachbar sein, dem die Eier ausgegangen sind. Oder ein potentieller Mörder. Das kann man nie wissen. Oder beides auf einmal. In den meisten Fällen, ja man kann sogar sagen: noch NIE war jemand an MEINER Tür. Es ist jedes Mal die Glocke am idyllischen Cottage der alten Lady im TV. Aber dieses Missverständnis dient nur zu meinem Besten und beschert mir wieder helle Momente, in denen ich – sehr wach durch den Gedanken an den regionalen mordenden Eiermann - die nächsten 7 Minuten weiter fernsehen kann und guter Hoffnung bin, dass ich sogar noch die erste Leiche wach erlebe. Ein neuerliches Abtriften ins Schlummerland beginnt, doch dann plötzlich ein heller Signalton, das muss mein Handy sein, eine Wot-Sepp-Nachricht etwa, da spring ich wieder auf, die flauschigen Bettsockerl geben mir extra Schwung um die Kurve in die Küche, wo ich erwartungsvoll auf das stille, dunkle Handy starre und erkennen muss, dass es sich bei dem Piepston um einen rechts unten im Fernseh-Bild eingeblendeten Teaser für den nächsten Film handelt. Ich schwinge meine lahmen Hufe wieder retour in die Liegestatt und es dauert keine 10 Minuten, bis ich endgültig im Traumland verschwunden bin. 


Bin ich im falschen Film?

Nun kenne ich also von sämtlichen Krimis die Toten – aber NIEMALS den Mörder. Und es ist selbst im schönen England nicht immer der Gärtner, das lasst euch mal gesagt sein. Aber ich bin ja eine Ausgeschlafene und weiß mir auch in solchen Situationen zu helfen: dadurch, dass ich nämlich gegen vier Uhr früh bereits ein Schlafpensum wie ein Baby aufzuweisen habe und um diese Zeit putzmunter bin, habe ich entdeckt, dass man meine Krimis im frühen Morgengrauen auch spielt, allerdings nicht als Wiederholungen, sondern schon im Vorhinein. Was schlecht ist. Sehr schlecht, das gebe ich zu. Ich schaue mir nun also am Morgen eines bestimmten Tages das ENDE eines Krimis an, merke mir bis zur Dämmerung, dass der knorrige Farmer mit der Schnapsnase der Mörder ist, weiß aber nicht von wem, da ich erst am Abend desselben Tages den ANFANG des Films und somit die Leiche zu Gesicht bekomme.

Und manchmal ist es auch umgekehrt. Da irre ich mich im Tag und in der Stunde und bin somit – so schnell kann ich gar nicht schauen – im falschen Film. Da sind dann die Toilettensitze, die in der Früh noch rosa waren, am Abend plötzlich grün, der knorrige Farmer sitzt in Frauenkleidung beim 5-Uhr-Tee und ballert auf seinen Corgi, das Cottage ist eine abgef*te Wohnung in London und von Blümchentapete keine Spur mehr. Dann wird die Sache schwierig für mich, weshalb ich dann absichtlich vor dem TV-Gerät herumhumple, um so richtig müde zu werden und den lieben Herrgott um einen baldigen Schlaf bitte. Solchen intellektuellen Herausforderungen bin ich nämlich nicht mehr gewachsen. Good night, my darling.

Samstag, 7. April 2018

T(D)atendrang




Hochmut kommt vor dem Fall


„Nie mehr Schule“ trällerte der Falke - Gott hab ihn selig - vor über 30 Jahren und hatte leider Unrecht: Jetzt hat’s mich wieder erwischt. Ich drücke die Schulbank. Mit den gleichen Gefühlen wie damals, in ähnlicher Konstellation. Nur diesmal in Farbe, kein Schwarz-Weiß mehr: 11 Frauen und ein Hahn im Korb, 2 Tischgruppen zu je 6 Leuten, die aus völlig unerfindlichen Gründen miteinander konkurrieren, Pausen werden vorgegeben, Prüfungen werden durchgeführt, dann ein Abschlusszeugnis. Entschuldigungen bei Abwesenheit müssen zeitnah abgegeben werden, kein Tratschen, kein Essen während des Unterrichts, Alk auch nicht. Was für ein Leben! Fehlt nur noch ein Elternsprechtag….

Wie kommt‘s? Ein Angebot vom AMS, das ich natürlich dankend annehme: ich möchte einen Image Editing-Kurs machen, man checkt mich kurz durch und konstatiert, ich wäre genau die Richtige für einen ECDL Base. Auch gut. Obwohl…. Ich kann das ja alles ….oder zumindest vieles … einiges aber sicher …Na ja. Man soll ja schließlich nicht zu hoch hinaus wollen.

Die erste Stunde besteht aus einer Vorstellungsrunde, wo je 2 Kandidaten den dritten aufgrund seines Erscheinungsbildes einzukasteln und zu beurteilen versuchen: werde als ledige Religionslehrerin mit Hund und Hüftleiden, Mitte 50, eingestuft und hätte bitte gerne auf der Stelle einen Schnaps. Aber leider: Alkverbot im ganzen Gebäude. Siehe oben.

Wir beschließen, alle per Du zu sein. Außer mit der Kursleiterin. Und offensichtlich mit mir. Da ich zu den ältesten TeilnehmerInnen gehöre, siezen mich 6 der 11 KollegInnen. Auch das beschert mir wieder eine Rückführung in alte Schultage und vor mir läuft es in Schwarz-Weiß ab, wie ich anno dazumal „Oma“ genannt wurde: Von MitschülerInnen, von deren Eltern und zum Schluss auch von den Lehrern – meistens in der achten Stunde, wenn deren Konzentration und Etikette schon beim Teufel war.

Ans Eingemachte geht’s nach einer Runde Gehirnjogging: ein Kreuzworträtsel, wo u.a. nach der „Farce der Liebe“ (3 Buchstaben) gefragt wird. Nach den Regeln dieser Aufgabe muss man aber zuerst ein Wort in der Angabe richtigstellen („Farce“ = „Farbe“) und dann die Lösung (=„rot“) hinschreiben. Da ich jedoch eine Aufmerksamkeitsspanne wie eine Eintagsfliege habe und ich mir den ersten Teil des Buchstabenaustauschens lieber erspare, brülle ich laut das Wort „SEX“ in die Runde, was meinen Status hier in der Klasse nicht wirklich verbessert: Ledige Mittfünfzigerin, underfucked. Kann mich bitte jemand erschießen?

Anschließend werden die Laptops samt Bücher und Taschen ausgeteilt. Meine Tasche riecht nach Rauch, Erbrochenem und Schweiß. Ich unterdrücke den ersten Würgereflex und schalte motiviert den Compi ein, auf dem sich 435 Schuppen befinden. DAS wird lustig! Es folgt ein E-Learning-Programm, bei dem mir erklärt wird, was eine Maus, eine DVD, ein USB-Stick und ein Notebook sind. Ja, sind denn die verrückt!, möchte ich laut aufschreien, MIR, einer der größten Influencer in der österreichischen Blogger-Szene, sowas zu erklären, ich habe immerhin 8 Follower und weiß mit technischen Geräten umzugehen…! Doch der nächste Dämpfer lässt nicht lange auf sich warten: PDA, CPU, IKT, PCI, AGP, dpi, EULA, xDSL, IM und VolP wird mir durch die zerzausten, abgeschmierten Kopfhörer in mein friedhofsblondes Köpfchen suggeriert und ich schaue mich mal aufgrund akuter Konzentrationsschwäche am Konkurrenztisch um: die erste Kollegin bohrt bereits hingebungsvoll in der Nase und eine andere, derer ich gewahr werde, gähnt mit nicht vorgehaltenem, offenen Mund und saugt somit 90% des verbliebenen Sauerstoffs des Klassenraums in sich hinein. Inzwischen lehrt mich die E-Learning-Stimme, wie ich virtuell ein Fenster maximiere, minimiere oder schließe. Zeitgleich erklärt die Kursleiterin sehr real die nächste Viertelstunde zur Pause und regt an, das richtige Fenster doch etwas zu öffnen. Das nennt man Praxisbezug.

Ich bin die erste, die auf den langen, leeren Gang schwebt – Knie und Kreuz leiden ja vom vielen Herumsitzen bereits heftig – und die Luft, die sich sonst in meinem Hirn befindet, dürfte in den Unterbauch gerutscht sein, weshalb ich mich einer außerordentlich lautstarken Flatulenz (steirisch für: Megaschaß) entledige, in der Hoffnung, dass die anderen KursteilnehmerInnen entweder noch im Klassenzimmer oder schon im Raucherkammerl verschwunden sind. Durch das laute Beben und die gleichzeitig erfolgte Detonation durch mein kleines Fürzchen kann das Architekturbüro, welches sich im selben Gebäude befindet und meine Aktion leider akustisch und olfaktorisch mitverfolgt, gleich ein paar statische Messungen durchführen. Dafür geloben sie Stillschweigen über meinen gesellschaftlichen Fauxpas. Eine Hand wäscht schließlich die andere.


Nach der kurzen Pause wieder völlig erleichtert zurück im Klassenzimmer, vorbei an den messenden Blicken der Konkurrenz, geht’s auch schon weiter mit der Berieselung: Wie melde ich mich bei einem Computer ab, wie spare ich Energie, wie fahre ich ihn herunter… gähn…. „hilfe, holt mich hier raus – ich bin ein Star!“, schreit es in mir und ich spüre, dass ich bereits ein ausgeprägtes RSI Syndrom (=Sekretärinnenkrankheit oder Mausarm) entwickle. Und Hunger, Riesenhunger. Ein Blick in die Runde sagt mir, den anderen geht’s nicht viel besser, denn eine Kollegin gießt sich gerade in einem Zug einen ¾ Liter Abnehmshake in ihren durchaus wohlproportionierten Körper, obwohl wir während des Unterrichts über der Schuppen-Tastatur ja gar nichts konsumieren dürfen und eine andere versucht sogar ihre Fingernägel zu essen – auch über dem Laptop. Es ist jetzt gerade mal 10:36 Uhr, ich höre dann nur mehr die Schlagwörter „OLE, XML, CSV, #DIV/0!, UNIX, und kbps“, dann scheine ich ohnmächtig zu werden. DAS merk ich mir nie, nie, nie und nimmer.

Als ich wieder einen klaren Gedanken fassen kann, sind es nur mehr 6 Stunden und zehneinhalb Wochen bis zu den Ferien! Dies motiviert mich sehr und ich reiß mich mit einem facebook-Sprücherl wieder am Riemen: „Früher hatte ich ELAN, jetzt habe ich WLAN“, heißt es da und bald werde ich auch mit einem relativen Zellbezug, einer Funktionssyntax und einem primär vertikalen Achsentitel was anfangen können und vielleicht auch mal meine Sturmböen unter Kontrolle kriegen. Obwohl ich eigentlich eh alles kann und weiß. Eigentlich…