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4. Fahrt: Graz - werden wir irgendwann mal Freunde?

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  Die Hauptstadt der Steiermark: Graz. Schön, alt, interessant, aber doch ein Dorf, weit weg von anonymer Großstadt, Weltkulturerbe, Shopping-Meile, Traditionsbetriebe, Kunsthaus, Schlossberg, die „Liesl“, Kastner & Öhler, und, und, und. Aber nicht für mich. Leider habe ich ein sehr zwiegespaltenes Verhältnis zu dieser meiner Landeshauptstadt, verbinde ich doch nicht nur Gutes mit ihr. Menschen mit ihrer „The world in Leoben is too small“-Mentalität a la Ex-Vizekanzler Gorbach habe ich an Graz verloren, Krankheiten, Therapien und medizinische Wunder habe ich dort durchgestanden und irgendwie werde ich mit ihr nicht ganz warm. Das würde ich aber gerne ändern, weshalb ein Teil meines Zugfahrprojektes sicher Graz gewidmet sein wird. Besonders im Winter habe ich vor, mich in Museen und Ausstellungen dort umzutreiben, wenn anderswo auf dem Land unwirtliche Zustände wie Glatteis und Schneewechten herrschen würden. Und wo knüpft man am besten an, wenn man irgendwo schlechte Erfahr...

3. Ausfahrt: Eisenerz - wo sind die Häusln?

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Einfach in einen Bus setzen und fortfahren? Ohne viel Planung, ohne viel Aufwand? Nicht genau zu wissen, wo man aussteigt und was einen dort erwartet? Da braucht es etwas, worin ich ganz schlecht bin: Spontaneität und Flexibilität. Und Vertrauen, dass einem zum richtigen Zeitpunkt das Richtige passiert und das Gute in den Schoß fällt. Einfach einmal nicht alles im Kopf durchspielen, für alle Eventualitäten gerüstet sein – für mich sehr, sehr schwierig, zumal ich ja, wenn ich nicht gerade extra noch eine Hungerattacke bekomme, ohnehin bald mal an meine Fortbewegungsgrenzen stoße. Ich kann es mir also aussuchen: Entweder bin ich gerüstet und weiß ungefähr, was mich an Fußmärschen erwartet, während ich aus meinem Jausenproviant schöpfe, oder es wird ein Höllentrip. Dieses Mal nehme ich mir vor, mich im Vorfeld nicht zu viel vorzubereiten und vor allem: nicht aufzuregen. Ganz relaxed und freudig wie ein Kind auf einen Ausflug zuzusteuern: ich setze mich also nach einer kleinen Radfahrt in ...

2. Ausflug: Neuberg mit Zug und Rad

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Warum nicht das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden? Ungefähr einmal in der Woche fahre ich nach Neuberg in meinen Heimatort, um meine Mama mit ihren 24-Stunden-Hilfen zu besuchen, nach dem Rechten zu sehen, Sachen zu erledigen und zu besprechen und natürlich den schönen Ort und ein tolles Mittagessen nach rumänischer Art zu genießen. Normalerweise fahre ich mit dem Auto, zumal ich öfters Einkäufe o.ä. zu transportieren habe und die Fahrt mit dem Zug auch in Mürzzuschlag jäh enden würde, geht von dort weg nämlich nur sehr, sehr, sehr, sehr sporadisch ein Bus „in den Graben“. Es wäre natürlich mit viel Einteilung und Disziplin möglich, zusammen mit der Rückfahrt würde dies aber sicher in einem äußerst anstrengenden Tagesausflug enden, der mich vom ersten Hahnenschrei bis zum tiefsten Einbruch der Nacht auf Trab halten würde. Meine Lösung? Ich fahre mit meinem Rad im Gepäck MIT dem Zug nach Mürzzuschlag und strample dann die ca. 12 km einen wunderbaren Radweg entlang zu meinem Elt...

1. Reise: Bad Radkersburg. "Bitte nicht aus der Haut fahren!"

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Ich möchte in den Süden. Bei herrlichem Herbstwetter in die „steirische Toskana“, nach Bad Radkersburg – falls die dort überhaupt ist. Ich möchte über Mais- und Sonnenblumenfelder flanieren und in der lauen Luft zwischen den uralten Häusern spazieren. Ich möchte Leute beobachten und mir dabei ihre Lebensgeschichten ausphantasieren, in der Herbstsonne sitzen und einen Espresso trinken. Es kam anders, dies sei schon mal verraten… Regen ist angesagt. Schon Tage vorher durchforste ich sämtliche Wetter-Apps, schaue mir die Vorhersagen sogar im Fernsehen an und warte ungeduldig auf die Zusendung meines Klimatickets, das man mir nicht sofort ausstellen konnte, sondern – da übertragbar – erst zwei Wochen nach Kauf zuschicken würde. Und es ist knapp: Einen Tag später und es wäre bereits gültig, aber nicht „befahrbar“ gewesen. Es geht jedoch alles gut, das Ticket landet zeitgerecht in meinem Briefkasten und die Wetter-Apps schlagen auch immer wieder auf trockene Phasen um, weshalb ich beschl...

Wenn jemand eine Reise tut, ...

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Schon Matthias Claudius wusste im 18. Jahrhundert: „wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen“ und so reihe ich mich ein in deren Reigen: Ich habe in Frankreich Rosenkranz gebetet und Wunderheilungen beigewohnt, sprang nackig neben der Schweinebucht auf den Kanaren in den Atlantik, wurde zweimal in Osteuropa ins Spital eingeliefert, weil ich mir entweder den Haxn auskegelte oder von einer Mücke zerstören ließ, saß auf der Polizei auf Ischia, weil man mir die Fotoausrüstung gestohlen hatte, war an einer Verfolgungsjagd in den Südstaaten von Amerika beteiligt, machte hinter dem Eisernen Vorhang in Russland seltsame „Rubeltausch“-Geschäfte und versäumte mein Flugzeug in England um einen ganzen Tag, während mein Gepäck verschwand. Mir wurden mehrmals in Frankreich männliche Geschlechtsteile unaufgefordert in U-Bahnen und Jugendherbergen demonstriert, ich wurde in Linz als Einzige aus dem Flugzeug vom Zoll gefilzt, ich ritt auf einem Kamel in Tunesien, das mich anwischelte und i...