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Bin ich im Zoo, oder was?

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Abstand halten soll man, haben’s gesagt. Einen so großen wie ein Babyelefant. Gut. Aber wie groß ist ein Babyelefant? Sicher, ich weiß, das ist nur ein reißerisches Beispiel, damit man seinen Mitmenschen ja nimmer zu nahekommt, aber vorstellen kann ich mir trotz intensiver Suche im Internet das sympathische Rüsseltier eigentlich nicht, weshalb ich vor kurzem beschloss, mir meinen persönlichen Babyelefanten zuzulegen. Gesagt getan. Die sind jetzt eh überall im Angebot gewesen. Aber was frisst so ein Viech und wie lang lebt es und wie groß wird es und was macht es eigentlich so den ganzen Tag? Törööööö! Mein Leben ist anders geworden, seit ich ihn habe. Er leistet mir gute Dienste, das geb ich zu. Wir gehen nebeneinander zum Lebensmittelgeschäft und wenn jemand versucht, sich von hinten an mich ranzupirschen, drängt er sich dienstbeflissen dazwischen. Wenn ich mit dem Rad fahre, läuft er neben mir her und trötet vor sich hin, damit mir kein anderer Radfahrer in die Quere k...

Narrenfreiheit

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Masken zu tragen ist primär ja gar nicht so schlecht. Den gesundheitlichen Aspekt jetzt mal außen vorgelassen. Gehen wir nur nach dem Optischen. Wie die Leute jetzt alle hübsch sind, wenn man nur die Augen sieht. Den sogenannten Spiegel der Seele. Herrlich! Und was man hinter so einer Maske alles anstellen kann… Ich zum Beispiel fühle eine gewisse Narrenfreiheit und gebe oft meinen Gefühlen ungeniert freien Lauf: wenn sich etwa jemand bei der Kassa vordrängt, schneide ich eine wilde Grimasse, die ich mich in maskenfreien Zeiten niemals hätte machen getraut – vor lauter guter Kinderstube. Oder wenn ich die Nervige vom Bus sehe, zeige ich ihr unentwegt – stumm, aber sehr deutlich – meine Zunge. Solange, bis sie mir an der Maske picken bleibt. Aber das ist es mir wert. Endlich hab ich dieser Schlampe gezeigt, was ich von ihr halte… Und weil ich gemerkt habe, dass mich auch die anderen Leute manchmal ziemlich nerven, äffe ich sie jetzt ständig nach, wenn sie sich miteinan...

...es is ja eh alles da!

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Sorget euch nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet … sehet die Vögel unter dem Himmel an … sie sammeln nicht in die Scheunen … und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel kostbarer als sie? Mt 6, 25-26 Corona-Ausnahmezustand: nach Möglichkeit nicht jeden Tag einkaufen gehen, haben sie gesagt, besser gleich für eine Woche, haben sie gesagt. Aber nicht hamstern. Den anderen Mitmenschen auch noch was übriglassen, haben sie gesagt und mit Hausverstand shoppen gehen. Tu ich. Mach ich. Für eine Woche eingekauft. Check. In zwei Tagen alles zusammengefressen. Check. Jeans spannen ein bisschen, is aber eh wurscht, bin eh nur mehr in Schlabberhosen. Da hat noch viiiiel Eingekauftes Platz. Jetzt ist es nun aber so, dass ich dann langsam doch begonnen habe, alte Sachen aufzuarbeiten, sei es aus coronatechnischen Gründen der häuslichen Inhaftiertung oder weil man halt einfach einen Frühlingsputz um diese Zeit macht. Ich habe die Winterkleid...

Nein, meinen Keller putz ich nicht!

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Entlehnt aus: „Der Struwwelpeter/die Geschichte vom Suppen-Kasper“ CORONA lebt – und was nun? Zuhause bleiben und alles tun, was man seit Jahren liegen ließ: sortieren, räumen – ist das fies! Doch Lotta fing gleich an zu schrei’n: „Ich putz nicht meine Küche! Nein! Ich putze meine Küche nicht! Nein, meine Küche putz ich nicht!“ Am n ä c h s t e n Tag – ja sieh nur her! Da war es noch viel dreckiger. Da fing sie wieder an zu schrei’n: „Ich wische keinen Boden! Nein! Ich wische meinen Boden nicht! Nein, meinen Boden wisch ich nicht!“ Am d r i t t e n Tag, o weh und ach! Da wurd‘ sie erst um elfe wach! Sie wollt‘ sich machen hübsch und fein, doch keine Wäsche war mehr rein: Ich wasche keine Kleidung! Nein! Ich wasche meine Kleidung nicht! Nein, meine Kleidung wasch ich nicht!“ Am v i e r t e n Tage endlich gar der Garten ruft – das war ganz klar, heute mal rechen, kehren, Hecken trimmen mit großen Scheren. Da fing sie wieder an zu schre...

Also mal angenommen, ich wäre ein Hamster

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Also mal angenommen, ich hätte mich in den letzten Tagen auch von der leichten Massenhysterie des bevorstehenden akuten Hungertodes anstecken lassen und wäre zum Discounter ums Eck gestürmt und hätte mich mit den anderen Angesteckten verbal um das letzte Packerl Mehl geprügelt. Also mal angenommen, es wäre so gewesen und ich hätte aber nur mehr das Bio-Mehl um 400,-€, das von nachhaltig regional gehaltenen glücklichen Weizenkörnern stammt, ergattert und wäre dann damit nach Hause gefahren, beruhigt, dass mir jetzt nix mehr zustoßen könne. Also mal angenommen, das wäre so gewesen, … dann wüsste ich jetzt eigentlich nicht, was ich mit diesem Mehl in Mangelzeiten so wirklich anfangen könnte. Weiß das sonst irgendwer? Sicher, ich könnte Palatschinken oder Spätzle machen, bräuchte jedoch dazu Eier, die ich jetzt aber nicht gebunkert habe – hat mich kein Paniker in diese Richtung angesteckt. Auch könnte ich Pizza machen, dazu bräuchte ich aber eine Germ, die ich allerdings ver...

Nicht witzig. Echt nicht.

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Jetzt bin ich schon in einem Alter, in dem man nostalgisch zurückblickt in seine Jugend, in seine Kindheit. Man tendiert dazu, 70er Partys zu veranstalten, Vintage-Kleidung zu tragen, sich nach den Süßigkeiten von damals zu sehnen, Sprüche über die „wahre Kindheit“ zu liken, die Musik von anno dazumal zu hören und so manchen Kalenderspruch als Lebensweisheit gutzuheißen. Da war die Welt noch in Ordnung. Ach, wie war das damals aufregend, wenn man eine „Strahler80“-Zahncreme-Werbung sah, was die einem nicht alles versprach, was im Leben noch verheißungsvoll auf einen zukommen würde „so ein Strahlerkuss ist ein Hochgenuss“, hieß es da. Und die Femina-Slipeinlagen waren „selbstklebend und anschmiegsam“, der Bac-Deo-Stift versprach Frische für dich und mich („mein Bac, dein Bac“), die Haare band man sich mit einem schlichten Gummiringerl zusammen und schon war man frisiert. Vor der grün-braun gemusterten Kugel-Blumen-Tapete flimmerte „Familie Petz“ in FS1, dazu gab’s Krachmandeln z...

Die Länge ist egal, die Technik macht’s!

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Vollmondweibernacht. Man ist durch die kosmische Energie schon etwas aufgegangselt, man knabbert Pistazien, trinkt das eine oder andere Bierchen und muss erkennen, dass sich die Tischgespräche mit dem Alter etwas gewandelt haben. Nicht unbedingt in einer appetitanregenderen Form, das muss ich gestehen. Doch irgendwie müssen die Pistazien ja auch wieder ans Tageslicht. Unterhielt man sich in jungen Jahren – also noch vor ein paar Wochen - über anstehende Events, Ergötzungen oder Probleme mit dem anderen Geschlecht, Serviettentechnik und Seifensiederei, so dreht sich jetzt alles eher ums drohende Klimakterium und die gesündesten Kochrezepte. Aber in dieser Vollmondnacht, da läuft das Ganze dann wohl ziemlich aus dem Ruder. Niemand weiß, wer darauf kam, denn plötzlich dreht sich alles nur mehr um die Frage „wie sch***e ich richtig?“ Die eine meint, alles Leben sei Leiden, das schon in der Früh mit einem harten Geschäft beginnt, die andere trötet ins selbe Horn und zeigt,...