Posts

Die Länge ist egal, die Technik macht’s!

Bild
Vollmondweibernacht. Man ist durch die kosmische Energie schon etwas aufgegangselt, man knabbert Pistazien, trinkt das eine oder andere Bierchen und muss erkennen, dass sich die Tischgespräche mit dem Alter etwas gewandelt haben. Nicht unbedingt in einer appetitanregenderen Form, das muss ich gestehen. Doch irgendwie müssen die Pistazien ja auch wieder ans Tageslicht. Unterhielt man sich in jungen Jahren – also noch vor ein paar Wochen - über anstehende Events, Ergötzungen oder Probleme mit dem anderen Geschlecht, Serviettentechnik und Seifensiederei, so dreht sich jetzt alles eher ums drohende Klimakterium und die gesündesten Kochrezepte. Aber in dieser Vollmondnacht, da läuft das Ganze dann wohl ziemlich aus dem Ruder. Niemand weiß, wer darauf kam, denn plötzlich dreht sich alles nur mehr um die Frage „wie sch***e ich richtig?“ Die eine meint, alles Leben sei Leiden, das schon in der Früh mit einem harten Geschäft beginnt, die andere trötet ins selbe Horn und zeigt,...

Das schlechte Gewissen

Bild
Weihnachtsfeiertage. Mit der Familie Zeit verbringen, gutes Essen und Trinken genießen, sich mit Freunden treffen, zuhören, lachen, einander lieb haben …. Aber was! Drauf wird pfiffen. Heuer zieh ich mir mal meine 6 DVDs a 4-5 Folgen zu je 48 min „die Hausmeisterin“ rein. Am Stück, non stop. Im Bett. Mit Laptop auf dem Bauch und Kopfhörer auf dem Schädel. Lasst’s mich doch alle in Ruh mit eurem Weihnachtsgedöns! Bayrischer Humor gepaart mit viel Wissen über das Leben. Über 30 Jahre alt, diese Serie. Da haben die Frauen noch eine weibliche Figur. Da sind noch keine Spargeltarzane unterwegs. Und die Hausmeisterin, die sorgt sich um alles und kümmert sich um jeden. Die kann besser anpacken wie jedes Mannsbild, die löst die Sachen mit Hausverstand und wenn sie nicht mehr will, trommelt sie ein freudiges „steigt’s mir doch alle aufn Hut“. Ich liebe sie! Und die ersten drei, vier Folgen genieße ich auch noch besonders, ohne viel nachzudenken. Dann aber plötzlich regt sich was in m...

Die wundersame Vermehrung von Tisch und Bett

Bild
Die Kinder werden ja so schnell erwachsen. Und dann ziehen sie aus. Und dann brauchen sie Bett und Kasten und Tisch. Und dann sind sie weg. So geschehen mit meinem Ältesten. Auf einmal war er weg. Das war an und für sich noch nicht so schlimm. Das ist der natürliche Lauf der Dinge. Aber auf einmal brauchte er auch Bett und Kasten und Tisch. Da hat sich‘s dann mit dem natürlichen Lauf der Dinge auch schon wieder aufgehört. Da fingen dann die Probleme nämlich erst so richtig an! Sie sind ja schön anzusehen im Möbelhaus: Bett wie Kasten und Tisch. Auch schnell gekauft sind die Trümmer, da gibt’s nichts. Man bekommt sogar noch Bonus-Sammel-Gutschein-Punkte für ein gratis Einkaufssackerl, wird kurz Mitglied im Vorteils-VIP-GoldenCard-Club und dann hievt man auch schon die Möbel entweder gleich selbst ins Auto oder man wartet ein paar Tage und sie kommen sogar von sich aus in die Wohnung. Aber in welchem Zustand, FRAGE NICHT! Ein flaches Packerl! Ein flaches Paket in einem Karton, daneb...

Das geht mir unter die Haut

Bild
Eine kleine Auszeit. 5 Tage auf Korfu. Das Hotel kannte ich bereits – überschaubare 3 Gebäude mit köstlichem Essen, Individualtouristen und Pärchen als Hauptzielgruppe, ein kleiner, feiner Sandstrand mit ein paar Liegen, griechische Heiterkeit und Ouzo aus einem Zapfhahn rund um die Uhr. Nichts wie hin, auch heuer wieder. 1. Tag: „The building L is over the brizzzzzzz“, flötet der Rezeptionist, als ich in der frisch renovierten Halle ankomme, was mich schon etwas stutzig werden lässt: wo, um Himmels Willen, war da jemals eine „brizzzzz“, eine Brücke? Und was meint der Kerl mit „Gebäude L“? Bin ich hier im falschen Film? Noch ehe ich mich verseh, entdecke ich, dass man hinter den 3 ursprünglichen Häusern die „Buildings“ etwas erweitert hat, nämlich auf zwölf. Ja, richtig gelesen: zwölf Gebäude, „A bis L“. Und eine Brizzzzz. Das Areal ist nun ungefähr so groß wie mein Heimatort und hat ungefähr gleich viele Einwohner. Und keine Individualtouristen mehr, nein!, Familien mit...

I wü wieda ham ...

Bild
Eine Stadtpartie steht an. Mädels in Fahrt. Mit zwei meiner überwutzelten Landmiezen begebe ich mich auf eine Reise in die Großstadt. Schon im Zug überfällt uns der erste Riesenhunger und wir suchen die Speisekarte des neuen Catering-Services auf und ab, können uns jedoch auf kein einziges Essen einigen, da die Unverträglichkeits-Warnungen als Fußnoten größer sind als das Weckerl selbst und wir irgendwie Bammel bekommen, als wir gewahr werden, dass man von so einer Semmel eventuell nicht nur Blähungen, Asthma und Ausschlag bekäme, sondern man im schlimmsten Fall eine hochgiftige Lupine mitfrisst, die wir drei nur allzu gut von unseren blühenden Haus-Gärten kennen. Ja, ticken denn die alle noch richtig? „Kann Spuren von Lupinen enthalten?“ Im Weckerl? Hat sich der Bäcker über eine Sommerwiese gerollt, oder wie kommen Lupinen in den Teig? Das essen wir schon mal gar nicht. Was der Bauer nicht kennt, …. Hungrig kommen wir in Wien an und wollen auf den erstbesten Kebap-Stand zu...

Slipping through my fingers

Bild
Schoolbag in hand, she leaves home in the early morning Waving goodbye with an absent-minded smile I watch her go with a surge of that well-known sadness And I have to sit down for a while SLIPPING THROUGH MY FINGERS ALL THE TIME I try to capture every minute the feeling in it. ABBA Da steht es nun, mein Mädchen. Ganz weit vorne, ganz weit oben. Mit Stöckelschuhen und Lippenstift. Und mit der Matura in der Tasche. Und ich bin sowas von stolz auf sie. Gerade noch, so kommt es mir vor, hab ich mit ihr geschrien, weil sie wieder nicht wusste, wie man „viele bunte Blätter“ schreibt, weil sie zum x-ten Mal „fiele bunde Bleder“ ins „Formati“-Heftchen kritzelte und mir der Geduldsfaden dabei riss. Gerade noch, so kommt es mir vor, hat sie mir stolz ihren Side-Cut präsentiert, den ihr der Nachbarsbursch im zarten Alter von 4 Jahren mit der heimlich entwendeten Schere auf der Wohnzimmercouch verpasst hatte, nicht wissend, dass Side-Cuts ein paar Jahre später wirklich ...

Amore, Amore - mit einem Wisch ist alles weg.

Bild
Gott sei Dank ist dieser Frühling heuer nicht so intensiv, es blüht zwar alles in herrlichster Pracht, aber es ist nicht lau, es ist nicht warm, es ist nicht heiß und was das Beste daran ist: es duftet nix, weil’s dauernd regnet. Vom warmen Duft, von den Wogen, die da so aphrodisierend rüber schwappen zu mir, bekomme ich ja sonst immer so ein Kribbeln im Unterleib, wo ich als Unbemannte nicht recht weiß, wohin damit. Zugegeben, es kribbelt auch heuer ein bisschen, aber das dürfte meine überlastete Hüfte sein, die sich mit ihren furchterregenden Abnützungserscheinungen immer wieder bei mir meldet. Außerdem bin ich verwirrt, ich weiß eigentlich nicht, wie die Männer so ticken, was die so wollen und brauchen, wo man sie halt sein lassen muss wie sie sind oder wo sie herausgefordert werden wollen. Oder wollen sie nur ein bisschen spielen oder brauchen sie eine Frau auf Augenhöhe? ICH WEISS ES NICHT!!! Nach dem Motto „Was frisst so ein Partner überhaupt und wie alt werden die?“ wage...